Machen wir ein Buch?

Reise, Sachbuch, Belletristik ...?
Alle interessanten Themen;
alles was bewegt.

Hier geht´s weiter!

Hongkong

Body: 

Hongkong: Tor nach China

»Die Felseninsel Hongkong, vor dem Canton-Busen ... Stapelplatz der Schätze des fernen China, von den Briten mit Anlangen umgeben, die in aller Fülle subtropischen Pflanzenwuchses prangen. Dazu sind tausend Quadratkilometer an der benachbarten Festlandsecke gepachtet, und dieses Gebiet ist mit britischem Kolonialgeschick in wenigen Jahren in gedeihliche Verhältnisse gebracht worden.« ...

Mehr erfuhren unsere Urgroßeltern kaum von der britischen Kronkolonie an der Mündung des Perlflusses.

Die Felseninsel: erster Eindruck

Hongkong liegt am südwestlichen Zipfel von China unter dem Wendekreis des Krebses und grenzt unmittelbar an die chinesische Provinz Kanton.

Eigentlich setzt sich Hongkong geographisch aus einer im Norden mit China verbundenen Halbinsel – Kowloon und die New Territories – einer Insel (Hongkong-Island), dem eigentlichen Hongkong, sowie 236 Eilanden im Südchinesischen Meer zusammen. Auf seinen 1070² km Ausdehnung weist dieses postkoloniale Gebilde mit über sechs Millionen Bewohnern, von denen fast 98 % chinesischer Abstammung sind, die höchste Bevölkerungsdichte der Welt auf. Riesenwolkenkratzer futuristischen Zuschnitts können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gassen und Märkte von Menschen geprägt werden, die sich ihrer eigenen Entwurzelung nicht bewußt scheinen. Eine ganze Palette folkloristischer Details ermöglicht es dem unvoreingenommenen Betrachter jedoch, die eigentliche Seele dieses Volks zu erfassen: bald versteckt hinter einer avantgardistischen, bald hinter einer traditionellen Fassade.

Paradies für Feinschmecker?!

Vielleicht sind es gar die Gefäße der Heilkräuterhändler, an deren Grund sich getrocknete Fauna und Flora vermischen – Seepferdchen, Kräuter, Pilze, Insekten, Wurzeln ... dazu ersehen, Übel aller Art fernzuhalten oder zu heilen – die unsere Erinnerung an Hongkong später einmal prägen werden. Und wer von uns wäre nicht empfänglich für die heilsame Wirkung eines chinesischen Weines, in den vor Monaten eine Schlange eingelegt wurde? Oder für den (angeblich) aphrodisischen Effekt jenes anderen leckeren Gebräus aus Nashornpulver, dem die in Afrika unerbittlich gejagten Kreaturen ihre bevorstehende Ausrottung zuzuschreiben haben?

Wen es daraufhin noch nach einer kulinarischen Entdeckungsreise gelüstet: bitte sehr! Wie wär´s beispielsweise mit einem hundert Jahre alten Ei? Versteckt unter einer schlammigen Schicht und von Händlern – deren Alter kaum geringer einzuschätzen ist – in Rohrkörbchen feilgeboten, sind besagte Delikatessen indessen meist kaum älter als hundert Tage. Alt genug jedenfalls, um auf der geübten Zunge des Feinschmeckers ein unverwechselbares Aroma zu hinterlassen.