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Muang Boran

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Im Südosten Bangkoks

Muang Boran

Dreißig Kilometer südöstlich von Bangkok, an der alten Straße nach Pattaya. Buslinien 25, 45, 119 und 102 bis Samutprakarn Town (Richtung Patnam), anschließend für die restlichen zwei bis drei Kilometer per Kleinbus S1 oder S55 bis Crocodile Farm. Wer sich Ancient City anschauen möchte, steigt in Patnam in den Minibus Nr. 36 um. Mit anderthalb Stunden Fahrt muß man ungefähr rechnen. Weniger kompliziert und schneller ist es, ab dem Terminal Est auf der Sukhumvit Road die direkte Busverbindung zu wählen (Linie 38, rot). Alternative: gegenüber der Mercedes-Niederlassung beim Democracy Monument in die Linie 11 steigen, bis Endhaltestelle Patnam hockenbleiben, dann per Minibus bis Muang Boran, wie Ancient City auf Thai heißt. Zurück nach Bangkok verfährt man auf die gleiche Art und Weise, nachdem man die Autobahn zu Fuß überquert hat. Letzte Möglichkeit: mit ein paar Leuten zusammen ein Taxi anheuern.

Ancient City

Täglich von 8 bis 17 Uhr zugänglich; wird leider oft von Thailandreisenden verschmäht. Dauer der Besichtigung: drei bis vier Stunden.

Es handelt sich hier um die Marotte des thailändischen Konzessionsinhabers für Mercedes. Der kultivierte und nostalgisch angehauchte Multimillionär steckte beinahe sein gesamtes Vermögen in dieses Projekt. Auf mehreren Dutzend Hektar ließ er achtzig Monumente aus dem alten Siam, in Originalgröße oder um ein Drittel verkleinert, nachgestalten. Prachtvolle Bauten sind aus diesem Projekt entstanden; allerdings ist die Dschungelvegetation auf dem besten Weg, das Gelände zu überwuchern. Mangels finanzieller Mittel – daran sieht man, dass unser Milliardär keine Kohle mehr hat – konnten bisher keine Restaurierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Diesem Umstand haben wir es zu verdanken, dass Gräser, Moose und anderer Gewächse auf dem Vormarsch sind und die vergleichsweise neuen »Baudenkmäler« schon eine gewisse Patina angesetzt haben. Kurz, wir können ihr etwas abgewinnen, dieser leicht dekadenten Atmosphäre; außerdem präsentiert sich das Gelände unter der Woche fast menschenleer. Besonders außergewöhnliche Bauwerke: der Khao Phra Whan (Nr. 64 auf dem Plan, der am Eingang kostenlos erhältlich ist), ein imponierender Khmertempel, errichtet auf einem riesigen, künstlich geschaffenen Hügel. Leider machen auch davor die Gewächse des Dschungels nicht halt.

Ein weiteres Meisterwerk ist der Sampet Prasat (Nr. 22 auf dem Plan). Der Ayutthaya-Palast, seinerzeit von den Burmesen kurz und klein geschlagen, konnte dank zeitgenössischer Dokumente originalgetreu nachgebaut werden, allerdings auf ein Drittel seiner ursprünglichen Dimensionen reduziert.

Nicht minder bezaubernd ist die Nachbildung des Floating Market (»Schwimmender Markt« Nr. 45 auf dem Plan) mit seinen Stegen und Brücken, den Holzhütten und Ständen. Ein ruhiges Freilichtmuseum mit hohem Erholungswert. Gelegenheit zur Einnahme einer preiswerten Mahlzeit vorhanden.

Crocodile Farm

Drei Kilometer von Ancient City entfernt. Täglich Einlaß von 7 bis 18 Uhr; Eintritt rund 200 Baht. Am Wochenende vollkommen überfüllt. Jeder hat schon mal Krokodile in einem Zoo gesehen, aber soooo viele Echsen auf einmal können einen schon ganz schön erschrecken. Insgesamt dreißigtausend Exemplare, darunter neun verschiedene Arten, tummeln sich hier. Zu den beeindruckendsten zählen die Salzwasserkrokodile (Salt water crocodiles), die bis zu fünf Meter Länge erreichen! Nicht nur das, sie kommen auch mehrere Monate ohne Nahrung aus – ist das nicht beruhigend? Wenn einer der Wärter mal vergißt, eines dieser Tierchen zu füttern, was bei dieser Anzahl ja durchaus möglich ist, wird das hungrige Krokodil nicht gleich dem erstbesten Besucher an den Hals springen. Membranen verhindern das Eindringen von Wasser in Ohren und Nase, wenn sich so ein Geschöpf in die nassen Tiefen gleiten läßt.

Wie alle Reptilien sind auch Krokodile Kaltblüter. Die Außentemperatur bestimmt die Funktionen ihres Organismusses. Darum paaren sie sich auch nur bei Tag und schönem Wetter. Möglicherweise erleben wir hier die intimsten Augenblicke im Leben der Krokodile, wow!

Von 16.30 bis 17.30 Uhr ist die günstigste Besuchszeit: dann nämlich werden die lieben Kerlchen gefüttert. Fast stündlich schnappt sich einer der Bediensteten ein Krokodil mit bloßen Händen, um Reitkunststückchen darauf vorzuführen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Gewerkschaftsvertreter oder Betriebsrat, der von seinem Chef dazu ausersehen wurde. Neben der Crocodile Drestling Show läuft auch eine Magic Show und eine Elephant Show: nicht nur Fußballspielen müssen die bedauernswerten Dickhäuter; auch vor Breakdance und inszenierten Kriegsschlachten schrecken ihre Peiniger nicht zurück.