Machen wir ein Buch?

Reise, Sachbuch, Belletristik ...?
Alle interessanten Themen;
alles was bewegt.

Hier geht´s weiter!

Garten

Body: 

Unbedingt ansehen

Vasco-da-Gama-Denkmal: in einem schattigen Park zwischen dem Hotel Royal und der Avenida Sidónio Pais. Weißer, reliefverzierter Marmorsockel. Dargestellt sind Szenen aus dem portugiesischen Nationalepos »Die Lusiaden«, wo die Entdeckungsfahrten Vasco da Gamas einen breiten Raum einnehmen. Die bekannteste portugiesische Entdeckerpersönlichkeit erkundete im 15. Jahrhundert den Seeweg nach Indien, von wo aus Entdeckerkollegen sich auf den Weg nach Osten machten: zur Malaiischen Halbinsel, nach China und Japan, ja sogar bis zu den Molukken. Alles über die Entdeckung des Seewegs nach Asien und Portugals Aufstieg zur bedeutendsten See- und Handelsmacht in »Die Gewürzroute« von Fernand Salentiny (DuMont). !! Lesenswert auch der Augenzeugenbericht in »Vasco da Gama. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien«, herausgegeben von Gernot Giertz (Thienemanns). !!

Die Chinesischen Gärten: eine ganze Reihe nach zweitausendjähriger chinesischer Überlieferung angelegte Parks laden in Macau zu einem Herz und Geist erfrischenden Spaziergang ein. Pavillons sind dazu gedacht, in Ruhe den Mond zu betrachten, Gedichte zu schreiben, ein Schäferstündchen zu halten oder sich ein Gläschen Wein zu genehmigen. Vom Senat der Stadt unterhalten und gepflegt, sind die Gärten vom frühen Morgen an belebt: Schattenboxer absolvieren ihre Frühgymnastik, Vogelkäfige hängen an den Baumästen, Schüler hocken vor ihren Hausaufgaben. In den winzigen Pagoden versammeln sich die Chinesen zu Würfel- und Kartenspielen. Gewundene, aber bequem zu begehende Wege durchziehen die Hügellandschaft des Parks, wo Wäldchen sich mit Bambusgehölzen und mächtige Zedern mit Sykomoren (einer Ahornart) abwechseln. Ein Ort der Entspannung und Erfrischung.

Jardim Luís de Camoes : unweit des Camoes-Museums. Der französische Astronom und Kartograph La Pérouse installierte 1785 auf der höchsten Erhebung des Parks sein Observatorium.

Flora Gardens: Avenida de Sidónio Pais. Macaus größter Park. Einst umgab er einen portugiesischen Palast, der aber nach der Explosion einer benachbarten Feuerwerkskörperfabrik in Flammen aufging.

Jardim Sao Francisco: neben dem Sao Francisco Military Club. Das Gelände zieren weitläufige Blumenteppiche und ein Turm, der von einem Kriegerverein (heute Behindertenverband) zu Ehren der Veteranen des Ersten Weltkriegs erstellt wurde. Lieblingspark der hiesigen Studentenschaft.

Jardim Lou Lim Lok: dieser Park ist der chinesischen Tradition am stärksten verhaftet. Ein reicher Kaufmann ließ ihn im 19. Jahrhundert anlegen. Seit 1974 unterhält ihn die Stadt Macau.

Jardim da Montanha Russa: sicher der ruhigste aller Gärten und Parks, denn er erstreckt sich neben dem Protestantischen Friedhof. Eine Vielfalt tropischer und europäischer Baumarten zeichnet ihn aus.

Erste portugiesische Kontakte mit dem »Reich der Mitte«

Ursprünglich war es die Absicht der Portugiesen unter Jorge Alvares gewesen, nicht im Mündungsdelta des Perlflusses vor Anker zu gehen, sondern bis nach Kanton (Guangzhou) vorzustoßen. Dies war jedoch erst einem in portugiesischen Diensten stehenden Italiener namens Raffaello Perestrello vergönnt, der an Bord der Dschunke eines chinesischen Kaufmanns nach Kanton gelangte. Perestrello überbrachte dem mächtigen Vizekönig von Portugiesisch-Indien in Goa, Afonso d´Albuquerque, daraufhin die frohe (wenn auch gründlich mißverstandene) Kunde, den Chinesen sei an guten Beziehungen zu den Portugiesen gelegen. Albuquerque beauftragte daraufhin Tomé Pires, Apotheker von Beruf, ganz offiziell am Hof des Kaisers von China für Handelsbeziehungen zwischen dem Reich der Mitte und der europäischen Kolonialmacht zu werben. Auf dem Umweg über Sumatra ereichte Pires zusammen mit Fernao Andrade zunächst Kanton und dann auf dem Landweg Nanking, den Aufenthaltsort des Kaisers. Der dachte aber gar nicht daran, die beiden Abgesandten einer Audienz zu würdigen. Auch in Peking fiel der Empfang alles anderen als höflich aus, ja die beiden wurden sogar unter Arrest gestellt. Der schlechte Ruf der »Langnasen« im allgemeinen und der Portugiesen im besonderen hatte sich längst bis nach China herumgesprochen, und so wollte man kein Risiko eingehen. Als der Kaiser endlich in Peking eintraf, ließ er die beiden Portugiesen zwar vorsprechen, schied jedoch kurz darauf aus dem Leben. Andrade und Pires erhielten Befehl (!), nach Kanton zu reisen und dort der Anweisungen des neuen Kaisers zu harren. Wie man sieht, behandelten die Chinesen unsere wackeren Seefahrer nicht wie gleichberechtigte, potentielle Handelspartner, sondern als Lakaien. Es kam aber noch schlimmer: nicht allein, dass der Ming-Kaiser von den Portugiesen nichts hielt; er ließ die ganze Mannschaft mit Ausnahme Pires 1521 sogar hinrichten. Die Portugiesen mußten einsehen, dass ihre Mission zwecks Anbahnung gedeihlicher Handelsbeziehungen gescheitert war. Ein nennenswerter wirtschaftlicher Austausch entwickelte sich erst nach 1543 (Herrschaft Joaos III.) bzw. mit dem Aufschwung Macaus, wo sich ab Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Händler niederließen.